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Bericht des Schiedsrichterobmanns zur Mitgliederversammlung 2014

Keine Azubis führen zu Fachkräftemangel
 
Die Erfolge, die Berliner Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im Berichtszeitraum
erreicht haben, sind beachtlich! Internationale Nominierungen und Hochstufungen,
durchgängige Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der Damen und Herren,
flächendeckende Präsenz bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend mit
zahlreichen Finalnominierungen. Im Zeitalter der digitalen Selbstdarstellung wäre das
Stoff genug, sich seitenfüllend im Eigenlob zu suhlen.
Die Freude über die tollen Leistungen der Kolleginnen und Kollegen darf aber nicht
den Blick für die Analyse der Gesamtsituation verklären. Und diese ist leider, wie
auch schon in den zurückliegenden Berichten dargestellt, eher düster.
Der vorhergesagte Substanzverlust ist eingetreten und wird sich exponentiell
fortsetzen. So ist es im zurückliegenden Geschäftsjahr „gelungen“, tatsächlich drei
neue Schiedsrichter zu lizensieren. Wenn man dem die vier ausgeschiedenen
Kollegen gegenüberstellt, schließen wir auch das zurückliegende Jahr mit einer
negativen Bilanz ab.
 
Inzwischen ist die Zahl der namentlich besetzten Spiele in den Oberligen und in der
Jugend rückläufig. Ein Trend, der sich in den nächsten zwei Jahren verschärfen wird.
 
Es ist wie im Wirtschaftsleben. Ein „Einstellungsstopp“ wirkt sich noch nach Jahren
aus. Die fehlenden Bewerber der letzten Jahre sind die fehlenden Schiedsrichter der
nächsten Jahre.
 
Wenn wir einen akuten Fachkräftemangel in den nächsten Jahren verhindern wollen,
müssen wir jetzt handeln. Einstellen und Ausbilden. Wir haben den Bedarf, wir haben
auch die Ausbildungskapazitäten. Es fehlt aber deutlich an „Azubis“.
 
Es gilt, hier endlich die Trendwende zu schaffen!
 
Dass Schiedsrichter kein Selbstzweck sind, hat – so glaube ich – inzwischen Einzug
in die meisten Köpfe gefunden. Die Einsicht selbst genügt aber nicht. Wir brauchen
gemeinsame Anstrengungen zur Gewinnung von jungen Kolleginnen und Kollegen.
Es gibt sie, die Spielerinnen und Spieler, die durchaus Interesse an der Pfeife haben!
 
Wir müssen es schaffen, diese Interessierten auch der Schiedsrichterausbildung
zuzuführen. Das kann nur gelingen, wenn in jedem Verein auch jeder
Verantwortliche die Augen aufhält und wenn vorhandenes Interesse bei jungen
Hockeyspielerinnen und Hockeyspielern nicht schon im Keim erstickt wird.
 
In diesem Sinne:
SCHIEDSRICHTERAUSBILDUNG, JETZT!
Von allen. Für alle.
 
Malik Schulze,
Schiedsrichterobmann des Berliner Hockey-Verbandes