Danke Lukas Helling für zwei Jahre Mitarbeit in der Hockeyabteilung
Lukas Helling war fast zwei Jahre in der Hockeyabteilung - seit Oktober 2024 - als hauptamtlicher Trainer angestellt. Ende September endet diese Zeit. Im Interview berichtet er über seine Erfahrungen.
Was hat dich dazu bewegt, vor zwei Jahren nach Berlin zu kommen?
Lukas Helling: Ich war vorher beim BTHC in Braunschweig und da war Casi Alisch als Herrentrainer aktiv, der ja im SCC aufgewachsen ist. Bereits im August stand meine Entscheidung fest, dass ich für meinen Master nach Berlin gehe. Irgendwie hat Casi davon mitbekommen und hat mir gesagt, dass der SCC immer Leute sucht. Er bot mir an einen Kontakt herzustellen. Das war mir natürlich auch ganz lieb, auch für soziale Kontakte in Berlin. Zu der Zeit habe ich auch noch eine Wohnung gesucht. Eigentlich habe ich eine Co-Trainer-Stelle gesucht, aber Gernot, der Sportwart der Hockeyabteilung berichtete mir, dass es eine Vollzeitstelle gibt, die voll bezahlt wird. Er hat mir gesagt, welche Aufgaben dazugehören. Eigentlich wollte ich gar nicht so viel machen, sondern nur ein bisschen neben dem Studium Training geben. Beim Studium war es dann aber zum Glück so, dass es sehr darauf ausgelegt war, nebenbei arbeiten zu können, weil es ein weiterführender Master war. Dadurch hat das zeitlich eigentlich ganz gut geklappt. Auch die Tätigkeiten waren mir nicht unbekannt. Ich habe 2018 nach dem Abitur ein FSJ in meinem Hockeyverein in Braunschweig gemacht und hatte dort auch mit Kindergärten, Grundschulen, Jugendtraining und organisatorischen Aufgaben zu tun. Deswegen hat das eigentlich ganz gut gepasst und war natürlich auch ein sehr attraktives Angebot, um hier einen guten Start zu haben.
Was waren insbesondere deine Aufgaben?
Lukas Helling: Direkt am Anfang habe ich zwei Jugendteams übernommen: die WU8 und die MU10. Das waren erst einmal neu für mich. Ich hatte zwar schon kurz nach dem Abitur mit einer U10-Mannschaft angefangen, war dort aber eher Co-Trainer und habe das Trainersein kennengelernt. Eine U8 hatte ich davor noch gar nicht gemacht. Deshalb war ich ganz glücklich, dass es neue Aufgaben waren, weil ich vorher alles ab der weiblichen U12 trainiert hatte.
Dann ging es natürlich darum, neue Mitglieder für die Hockeyabteilung zu gewinnen. Dafür bin ich in Kindergärten und Grundschulen gegangen, habe Kooperationen aufgebaut oder Hockey-AGs angeboten, damit Kinder den Sport kennenlernen und Interesse entwickeln.
Am Anfang war es so, dass Gernot die AG an der Waldschule gemacht hat. Die lief parallel zu meinem U8-Training. Teilweise haben die Mädchen aus der AG dann schon mit unserer Mannschaft trainiert. Das war eine coole Sache, weil vier von fünf Mädchen anschließend auch im Verein angefangen haben und heute noch dabei sind.
Ansonsten war es anfangs relativ schwierig, Kindergärten und Grundschulen zu finden, die offen dafür waren, dass man sich präsentiert. Viele haben auf Anfragen gar nicht reagiert. Manche hatten ihren Sport schon organisiert. Nur wenige waren sofort begeistert und wollten etwas aufbauen.
Am Anfang hatte ich eine Kindergartengruppe regelmäßig hier auf dem Platz. Einige Kinder haben anschließend im Verein angefangen. Teilweise überlegen inzwischen sogar jüngere Geschwister einzusteigen. Das entwickelt dann einen kleinen Schneeballeffekt.
Außerdem gab es Vereins-AGs an Grundschulen. Eine Zeit lang bin ich regelmäßig nach Kladow gefahren, weil es dort eine Schule gab, bei der ein Vereinsverantwortlicher mit dem Schulleiter befreundet war. Dort konnten wir etwas aufbauen. Einige Kinder waren am Hockey interessiert. Die Entfernung war allerdings natürlich ein Thema.
In diesem Jahr war ich außerdem an der jüdischen Schule hier die Straße herunter. Dort war ich mehrere Wochen im Sportunterricht und habe Hockey mit zwei Klassen gemacht.
Es gab außerdem eine Schulsport-Schnupperwoche im Verein. Die wird, glaube ich, von der Stadt Berlin organisiert. Man kann dort Zeitfenster anbieten, in denen Schulen Hockey ausprobieren können. Die Schulen buchen diese Termine sehr gerne.
Ich hatte vier Zeitfenster angeboten, von denen drei gebucht wurden. Die Schulklassen waren jeweils einen Vor- oder Nachmittag hier und haben Hockey kennengelernt.
Dann gab es im vergangenen Jahr das LSB-Sportfest auf der Sportanlage in Wilmersdorf. Gemeinsam mit dem Berliner Sport-Club hatten wir dort einen Hockeystand und haben den ganzen Tag Kinder betreut und Eltern für Hockey begeistert. Etwas unglücklich war meiner Meinung nach, dass die Veranstaltung kurz vor den Sommerferien stattfand. Viele waren interessiert und haben Flyer mitgenommen. Durch die Sommerferien ist das dann aber teilweise wieder eingeschlafen.
Außerdem habe ich mich um vereinsinterne Organisation gekümmert.
Der Bärchen-Cup war im vergangenen Jahr offiziell abgesagt worden, weil es zu wenige Meldungen gab. Daraufhin haben wir mit einigen Berliner Nachbarvereinen ein kleineres Tagesturnier organisiert. Ich habe die Mannschaften eingeladen, den Spielplan erstellt und wir hatten perfektes Wetter. Das Turnier kam sehr gut an und wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen. Es waren diesmal auch kleinere Vereine dabei und nicht nur die großen Namen aus Hamburg oder anderen Regionen.
Dann stand noch das Sommercamp an, das wir auch in diesem Jahr wieder durchführen. Wir bieten eine Ferienwoche überwiegend für Vereinsmitglieder an, aber auch für interessierte Kinder, die noch nicht im Verein sind. Im vergangenen Jahr waren nur zwei externe Kinder dabei, dieses Jahr sind es schon zehn. Es gibt eine Mini-Gruppe mit eigener Betreuung sowie eine Gruppe von der U8 bis zur U12. Dort trainieren die Kinder gemeinsam, machen Hockeyübungen und verschiedene Wettkämpfe. Ich war dabei für die Organisation zuständig: Anmeldung, Teilnehmerbeiträge, Essen bei Udo organisieren, Campshirts beim Hockeyshop bestellen und Verpflegung einkaufen.
Das waren so zusammengefasst die Aufgaben der letzten zwei Jahre.
Nebenbei hast Du auch deinen Master abgeschlossen?
Lukas Helling: Genau. Ende August bin ich mit allen Kursen fertig.
Wie geht es weiter?
Danach möchte ich erst einmal praktische Erfahrungen durch Praktika in Berlin sammeln, weil Berlin als Standort für den Kulturbereich natürlich sehr interessant ist. Während meines gesamten Studiums habe ich eigentlich als Hockeytrainer gearbeitet.
Dein Master ist also gar nicht im Sportbereich?
Lukas Helling: Nein. Ich studiere Kultur- und Medienmanagement. Deshalb möchte ich jetzt zunächst praktische Erfahrungen sammeln. Anschließend werde ich die Masterarbeit schreiben. In der bisherigen Form werde ich die Vollzeitstelle hier nicht weiterführen.
Wirst du dem SCC als Trainer erhalten bleiben?
Lukas Helling: Das hängt davon ab, wie sich die Praktika entwickeln. Wenn ich Vollzeit arbeite und bis 18 Uhr im Büro bin, wird das mit den bisherigen Altersklassen schwierig. Ganz ausgeschlossen ist es aber nicht. Wenn sich eine Tätigkeit ergibt, bei der die Nachmittage frei sind, kann ich mir gut vorstellen, weiter als Trainer tätig zu sein.
Also machst du das davon abhängig, wie es beruflich weitergeht?
Lukas Helling: Genau.
Wie hast du den SCC insgesamt empfunden? Du hast ja auch viele organisatorische Aufgaben übernommen.
Lukas Helling: Der SCC ist insgesamt ein riesengroßer Verein. Die Hockeyabteilung ist eher eine kleinere Abteilung innerhalb des Gesamtvereins. Ich habe den Eindruck, dass viele der Ehrenamtlichen schon sehr lange dabei sind.
Außerdem befindet sich die Hockeyabteilung gerade wieder in einer Aufbauphase. Viele Jugendmannschaften haben sportlich zuletzt nicht ganz oben mitgespielt. Oft ging es erst einmal darum, überhaupt genügend Kinder für Mannschaften zu gewinnen. Ich glaube, genau deshalb wurde auch die hauptamtliche Trainerstelle geschaffen.
Es war eine dankbare Aufgabe, mit den Kindern zu arbeiten. Gerade im U8- und U10-Bereich kann man noch unglaublich viel entwickeln und hat einen großen Einfluss auf die Ausbildung. Außerdem ging es darum, von außen neue Kinder für den Verein zu gewinnen.
In diesem Jahr gab es außerdem einen Wechsel bei den Jugendwarten. Jetzt sind dort drei neue Leute tätig. Dadurch kommt wieder neuer Schwung hinein.
Wenn ich im September gehe, gibt es bereits einen Nachfolger, der die gleichen Aufgaben übernimmt. Das ist gut, weil dadurch Kontinuität entsteht.
Ich glaube auch, dass Manuel das mit den Kindern gut machen wird – gemeinsam mit den anderen Trainern, die bereits hier sind.
Hast Du nebenbei auch noch einen Trainerschein gemacht?
Lukas Helling: Die Trainerausbildungen hatte ich schon vorher gemacht.
Ich habe zunächst die C-Trainer-Lizenz erworben und anschließend die C-Trainer-Leistungssport-Lizenz. Außerdem habe ich am B-Trainer-Lehrgang teilgenommen. Das war allerdings während der Corona-Zeit. Dadurch war es schwierig, die notwendigen Hospitationen abzuschließen. Deshalb ist aktuell meine höchste Lizenz die C-Trainer-Leistungssport-Lizenz.
Ich kann eigentlich jedem Trainer empfehlen, diese Lehrgänge zu besuchen. Sie erweitern den Horizont enorm und zeigen, wie gutes Training aussieht. Ich glaube auch, dass viele der jungen Trainer hier im Verein bereit sind, sich fortzubilden, damit wir gutes Jugendtraining anbieten können.
Was hast du persönlich aus den zwei Jahren mitgenommen?
Lukas Helling: Ich habe es ehrlich gesagt gar nicht als Sprung ins kalte Wasser empfunden.
Natürlich musste ich erst einmal das Umfeld kennenlernen: Wer ist für was zuständig? Wen frage ich bei welchem Anliegen? Das hat aber eigentlich alles gut funktioniert.
Die Tätigkeiten selbst waren für mich nicht neu. Ich hatte davor bereits acht Jahre als Trainer gearbeitet und auch organisatorische Aufgaben übernommen. Deshalb war das fachlich keine große Herausforderung. Ich konnte vieles, was ich vorher gelernt hatte, direkt auf das Training übertragen und, würde ich sagen, auch gutes Training anbieten.
Charakterlich hat mich die Zeit aber auf jeden Fall weitergebracht. Das gilt auch in Verbindung mit meinem Masterstudium, bei dem man sich seine Zeit sehr frei einteilen muss.
Ein Beispiel sind die Kooperationen mit Schulen und Kindergärten. Ich habe eine Liste mit Kontakten bekommen und dann hieß es: Versuch einfach, so viel wie möglich daraus zu machen.
Dabei habe ich gelernt, auf Schulen und Kitas zuzugehen, mit Rückmeldungen umzugehen – oder eben auch damit, gar keine Rückmeldung zu bekommen.
Natürlich waren auch Gespräche mit Eltern eine neue Erfahrung. Die Elternschaft hier habe ich allerdings als sehr angenehm erlebt. Gerade in den Altersklassen, die ich betreut habe, war der Leistungsdruck noch nicht so groß. Ich hatte viele positive Gespräche und Begegnungen.
Insgesamt waren das zwei Jahre mit vielen Herausforderungen, tollen Erfahrungen und natürlich auch einigen Rückschlägen, die mich persönlich weitergebracht haben.
- Erstellt am .